Shorin Ryu Seibukan Karate · Matayoshi Ryu Jinbukan Kobudo · seit 1989 in München

Shorin Ryu Seibukan ist einer der ältesten und authentischsten Karate-Stile der Welt – direkt aus Okinawa, der Geburtsstätte des Karate. In München lehrt die Budo Akademie München diesen Stil seit über 35 Jahren.

Die Herkunft: Okinawa, nicht Japan

Karate ist keine japanische Erfindung. Es entstand auf der Insel Okinawa – einem kleinen Königreich, das erst 1879 Teil Japans wurde. Okinawa lag auf wichtigen Handelswegen zwischen Japan, China und Südostasien. Aus dieser Verbindung entstand eine einzigartige Kampfkunst, die chinesische und einheimische Elemente verband.

Shorin Ryu – Die Schule der jungen Kiefer

Shorin Ryu (少林流) bedeutet wörtlich „Schule des jungen Kiefernbaums" – eine Anspielung auf den Shaolin-Tempel in China. Es ist einer der ältesten systematisch überlieferten Karate-Stile und gilt als direkter Vorläufer vieler moderner Karate-Varianten.

Seibukan – Die heilige Kampfkunsthalle

Seibukan (聖武館) bedeutet: „Schule der heiligen Kampfkunst":

  • 聖 Sei = heilig, rein
  • 武 Bu = Kampfkunst
  • 館 Kan = Halle, Schule

Das Seibukan wurde 1962 von Shimabukuro Zenryo (1906–1969) in Okinawa gegründet. Sein Sohn Shimabukuro Zenpo (Jahrgang 1943) führt die Schule bis heute.

Chotoku Kyan – Begründer des Seibukan-Stils
Zenryo Shimabukuro
Zenpo Shimabukuro – aktueller Soke des Seibukan
Zenpo Shimabukuro (Soke)

Die Lehrlinie: Fast direkt aus Okinawa

Was Shorin Ryu Seibukan in München so besonders macht: Die Überlieferungskette ist außergewöhnlich kurz:

  1. Shimabukuro Zenpo (Großmeister, Okinawa)
  2. Hanshi Jamal Measara (Europa)
  3. Kyoshi Werner Bachhuber (Budo Akademie München)

Nur zwei Generationen zwischen dem lebenden Großmeister und dem Münchner Dojo. Das bedeutet: Was in München gelehrt wird, ist der direkte Weg. Was in München unterrichtet wird, entspricht der authentischen Überlieferung aus Okinawa.

Was macht Shorin Ryu Seibukan besonders?

  • Selbstverteidigung zuerst: Mit Fokus auf praktische Selbstverteidigung
  • Natürliche Bewegung: Keine übertrieben tiefen Stände oder künstlichen Posen – die Techniken funktionieren im realen Kontext
  • Kobudo inklusive: Karate und Waffentraining (Kobudo) gehören traditionell zusammen. In der Budo Akademie München werden beide gelehrt
  • Vollständiges System: Von den ersten Grundtechniken bis zu den fortgeschrittenen Kata – ein kohärentes Ausbildungssystem

Unser Sensei

Kyoshi Werner Bachhuber (7. Dan Karate, 5. Dan Kobudo) unterrichtet Shorin-Ryu Seibukan in München seit 1989 – nur zwei Generationen vom Großmeister auf Okinawa entfernt.

Biografie Kyoshi Bachhuber →

Die Ursprungslinie

Sensei Chotoku Kyan – Stammvater der Seibukan-Linie
Chotoku Kyan (1870–1945)

Die Linie des Shorin Ryu Seibukan beginnt mit Sensei Chotoku Kyan, geboren im Dezember 1870 in Shuri, Okinawa. Er studierte bei Meistern aus zwei Traditionen: Matsumora Kosaku lehrte ihn Tomari-Te, weitere Lehrer vermittelten Shuri-Te. Kyan starb am 20. September 1945 – kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. 74 Jahre alt.

Sein wichtigster Schüler war Shimabukuro Zenryo (1909–1969). Zehn Jahre trainierte er unter Kyan, bevor er selbst unterrichtete. 1962 baute er sein eigenes Dojo. Den Namen wählte er sorgfältig: Seibukan. Sieben Jahre später starb er an einem Blinddarmdurchbruch. 60 Jahre alt.

Heute leitet sein Sohn Shimabukuro Zenpo (geb. 1943, Hanshi, 10. Dan) die ISSKA – die International Shorin Ryu Seibukan Karate Association, gegründet 1994 auf Okinawa.

 
SenseiGrad / FunktionOrt
Chotoku Kyan Shuri-Te / Tomari-Te Shuri, Okinawa (1870–1945)
Shimabukuro Zenryo 10. Dan; Gründer Seibukan 1962 Okinawa (1909–1969)
Shimabukuro Zenpo Hanshi, 10. Dan; ISSKA ab 1994 Okinawa (geb. 1943)
Hanshi Jamal Measara 10. Dan Karate, 9. Dan Kobudo; DKV-Beauftragter SRS Deutschland ab 1980
Kyoshi Werner Bachhuber 7. Dan Karate, 5. Dan Kobudo; Bundesstilrichtungsreferent Budo Akademie München (seit 1989)
Hanshi Zenpo Shimabukuro, 10. Dan Shorin Ryu Seibukan
Hanshi Zenpo Shimabukuro – Supreme Sensei, 10. Dan Shorin Ryu Seibukan

Das Kushin-Prinzip

Wer Shorin Ryu Seibukan zum ersten Mal sieht, bemerkt: Die Bewegungen federn. Kniegeknickt, elastisch, auf und ab. Das ist kein Zufall.

Kushin no Undo (沈身の運動 – Federungsübung) ist das zentrale Bewegungsprinzip des Stils. Techniken entstehen aus einem rhythmischen Auf-Ab in den Knien. Diese Federung erzeugt Explosionskraft aus dem eigenen Körpergewicht – nicht aus aufgebauter Spannung, sondern aus Bewegungsfluss.

Kyan Chotoku war kein großer Mann. Sein System löst das Problem kleiner Körpermasse mit Mechanik. Kushin ist das Ergebnis. In jedem Kihon-Renshu-Training von Anfang an verankert.


Die wichtigsten Stände

Stände sind keine Posen. Jeder Dachi ermöglicht bestimmte Techniken und schließt andere aus. Diese fünf erscheinen von Beginn an:

Stand (Dachi)BedeutungEinsatz
Kiba Dachi Reitstand Hauptstand im Kihon; Stöße und Schläge in alle Richtungen
Shiko Dachi Sumo-Stand Breiter Stand, Füße ausgedreht; Zenshin Kotai (Vor-/Rückwärtsbewegung)
Zenkutsu Dachi Vorwärtsbeugestand Vorderführung; Mae Geri, Gyaku Tsuki, Kombinationen vorwärts
Naname Heiko Dachi Diagonaler Parallelstand Seibukan-spezifisch; Körper diagonal, Füße parallel; Shuto Uke, Chudan Uke
Neko Ashi Dachi Katzenstand 90 % Gewicht hinten; sofortiger Vordertritt möglich; Shuto Uke in höheren Graden

Das Kata-Curriculum

Kata sind die Wissensspeicher des Stils. Jede Form speichert Techniken, Taktiken und Prinzipien einer Lebenslinie. Im Seibukan steigt das Curriculum systematisch:

KataBedeutungAb Grad
Fukyugata Ichi – San Verbreitungsform (einheitliche Einsteiger-Kata) 9. Kyu
Pinan Shodan – Godan Friedensform 1–5 8.–4. Kyu
Naihanchi Shodan – Sandan Innerer Boden (ausschließlich seitliche Bewegung) 3.–1. Kyu
Passai Guwa / Passai Dai Burg durchbrechen (kleine / große Form) Shodan
Jion Tempel der Güte Nidan

Nota: Pinan 1–5, Naihanchi 1–3, Passai und Jion gelangten über Shimabukuro Zenpo in den Seibukan-Lehrplan.


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