22 Kobudo-Katas überliefern die Waffentechniken Okinawas: Bo, Sai, Tunkwa, Nunchaku und weitere Waffen. Kobudo kann selbstständig als eigene Disziplin erlernt werden – oder als Ergänzung zum Karate. Beides ist der Matayoshi-Ryu Jinbukan-Tradition würdig.
Bo – 8 Katas
Der 182-cm-Langstock ist die Grundwaffe. Einstieg bereits ab dem 5. Kyu mit der Bo-Fukyugata – parallel zur Karate-Mittelstufe. Die acht Bo-Katas reichen von Grundformen bis zu meisterhaft komplexen Kombinationen:
Fukyugata Bo · Choun No Kun · Shiu Shi No Kun · Chikin No Kun · Sakugawa No Kun · Shi Shi No Kun · Urasaku No Kun · Ufuton No Kun
Sai – 3 Katas
Die Metallgabel mit zwei Parierhaken – ursprünglich zum Stoppen von Schwertangriffen. Drei Katas: Ni Chou Sai, San Chou Sai, Shimbaru No Sai. Ab Shodan.
Tunkwa / Tonfa – 3 Katas
Der Tonfa stammt ursprünglich vom Mühlsteingriff Okinawas – heute weltweit als Polizeiwaffe bekannt. Drei Katas: Tunkwa Ichi, Ni, San. Nahkampflogik auf engstem Raum.
Nunchaku – 2 Katas
Zwei miteinander verbundene Holzstöcke – präzises Timing und Koordination auf höchstem Niveau. Nunchaku Ichi und Ni. Ab Nidan.
Weitere Waffen
Das Matayoshi-Curriculum umfasst auch: Jo (Kurzstab), Eku (Ruder), Nunti (Speer mit Sai-Elementen), Kama (Sichel), Tekko, Tinbe, Kuwa. Jede Waffe trägt ein eigenes Bewegungsprinzip.
Kobudo im Seibukan-Kontext
Auf Okinawa waren Karate und Kobudo nie getrennte Disziplinen. Die Waffentechniken basieren auf denselben Grundprinzipien wie das unbewaffnete Karate: Kushin (Körperfederung), Kime (Fokus), Tai Sabaki (Körperdrehung). Wer Kobudo ernsthaft übt, versteht sein Karate auf einer neuen Ebene.
In der Budo Akademie München wird Kobudo nach der Tradition des Matayoshi-Ryu Jinbukan gelehrt – mit direkter Linie nach Okinawa.